Boxerfreunde – Boxertreffen
2. Schweizer Boxertreffen in Lugano
04.- 05. September 2010



2007 haben wir erfreut festgestellt, dass ein Schweizer Boxertreffen einem echten Bedürfnis entspricht. Mit dem diesjährigen Anlass wollten wir an diesen Spirit anknüpfen.

Das 100-jährige Bestehen von Alfa Romeo war natürlich eine ausgezeichnete Gelegenheit um einmal tief in die Geschichte unserer Marke einzutauchen.

Als Veranstaltungsort haben wir dieses Jahr das Tessin auserkoren. Mit Axel Marx und den Gebrüdern Poretti als Gastgeber konnten wir zudem drei Vollblut Alfisti und profunde Kenner der Materie mit ins Boot holen!

Dieses Mal haben sich 30 Autos und über 50 Leute an das Treffen angemeldet. Das Teilnehmerfeld war wiederum bunt gemischt: Vom absolut originalen Rentnerauto mit knapp 20’000km auf dem Tacho bis zum wild getunten Polizistenschreck war alles dabei.
Alle Fahrzeugtypen und Baujahre waren gut vertreten. Auffallend viele Autos waren in auffallend schönem Zustand. Was leider auch dieses Jahr wieder fehlte waren Vertreter der 145/146 Baureihe! Wer wird den Bann endlich brechen?!

Besonders gefreut hat uns die rege Beteiligung aus den Nachbarländern.
Nicht weniger als 17 Teilnehmer sind aus Frankreich oder Deutschland angereist!

Um dieser geografischen Verteilung gerecht zu werden hatten wir drei Treffpunkte festgelegt: Je eine Gruppe traf sich in Bern, Basel und Zürich.

Von den Sammelpunkten führte die Reise nach Andermatt wo wir zum Mittagessen verabredet waren.

Die Anfahrt klappte reibungslos, Peter Lussi hatte den richtigen Riecher und führte die Zürcher Gruppe in Amsteg von der Autobahn so dass wir dem Stau von der Kantonsstrasse aus zuwinken konnten. (Diese Route auch landschaftlich sehr zu empfehlen!)

Der Gruppe Basel lief es ähnlich gut und die Berner waren so früh dran, dass sie auf dem Sustenpass noch einen Kaffeehalt einlegen konnten, worauf sie prompt noch in besagten Stau gerieten.

Kurz vor Zwölf füllte sich der Parkplatz neben der Soldatenstube: Der Anblick von je einer Reihe Alfasud, Sud Sprint und Alfa 33 liess so manchem Teilnehmer das Wasser schon vor dem Essen im Mund zusammen laufen!

Nach dem feinen Essen fuhr die Truppe vereint dem Gotthard Pass entgegen. Allerdings war die Freude nur von kurzer Dauer:
Nicht alle erwischten den ziemlich versteckten Abzweiger auf die Alte Passstrasse! Aber dank dem beherzten Einsatz einiger Teilnehmer hatten die verlorenen Schäfchen bald wieder eingefangen. So konnten wir den attraktivsten Abschnitt unserer Anreise in Angriff nehmen: Die Tremola!
Dieses Stück der alten Pass Strasse ist gespickt mit engen Kehren und gepflästert von der Passhöhe bis runter nach Airolo. Hier zeigte sich wessen Auto tatsächlich zu tief lag, wessen Auto schon längst wieder mal einen Bremsen Service benötigte und manch einer dachte nach der Abfahrt über die Anschaffung strafferer Stossdämpfer nach.

Schliesslich gelangten aber alle wohlbehalten ins Tal und wir nahmen das nächste Stück bis nach Lugano auf der Autobahn unter die Räder. Hier zeigte sich einmal mehr dass unsere kleinen Boxer jederzeit vollgasfest sind. So hatten wir unseren Rückstand auf den Zeitplan schon bald wieder aufgeholt.

In Lugano trafen wir unsere Gastgeber sowie weitere Teilnehmer aus dem Tessin und dem Wallis.

Über schöne Nebenstrassen fuhren wir zu einem Vorort von Lugano wo sich die Sammlung der Gebrüder Poretti sowie ein Teil der Autos von Herrn Marx befindet. Dort angekommen gab es nach der offiziellen Begrüssung einen Apero und endlich Gelegenheit all die tollen Autos in aller Ruhe anzuschauen und Benzingespräche zu führen!

Am späten Nachmittag fuhren wir zurück nach Lugano um im Motel Vezia unser Quartier zu beziehen. Dieses Motel wurde in den 50er Jahren gebaut und ist in letzter Zeit recht geschmackvoll renoviert worden.

Noch war der Tag aber nicht gelaufen: Schliesslich erwartete uns noch das Abendessen bei Herrn Marx zuhause.

Herr Marx ist ein Alfista mit mindestens 98 Oktan Hämoglobin im Blut. Anders ist es nicht zu erklären dass er praktisch jede Ecke in seinem Haus mit irgendwelchen Alfa Automobilia ausgefüllt hat!
Nach einer kurzen Begrüssung führte er uns bereitwillig durch seine äusserst beeindruckende Sammlung von Modellen, Büchern, Tretautos und natürlich ungezählten echten Alfas, Einer schöner und seltener als der Andere!

Inzwischen knurrte allen der Magen. Kein Problem! Die Firma Gabbani hatte ein Catering organisiert das wirklich keine Wünsche offen liess.

Und wer danach immer noch nicht satt war konnte sich quasi als Dessert noch die Führung von Herr Marx durch seine Sammlung zu Gemüte führen. Überwältigt von so vielen Eindrücken fielen schliesslich alle todmüde ins Bett.

Am Sonntag ging es los mit einem gepflegten Frühstück in der Hotelbar und kurz nach halb neun konnten wir unseren heutigen Ausflug nach Mailand ins Alfa Blue Team unter die Räder nehmen.

Dank einer klugen Aufteilung in kleinere Gruppen und mit Hilfe von modernen Navigationshilfen schafften wir den Transfer nach Milano Linate ohne jegliche Verluste.

Das Alfa Blue Team ist so eine Art exklusiver Club für Alfa Besitzer. Die Mitglieder haben ein ehemaliges Giesserei Areal gemietet und darin hüten sie rund 150 Alfa Romeo von den Anfängen bis zu den Achziger Jahren!

Auch hier gab es wieder unzählige faszinierende Alfas zu sehen und jede Menge interessanter Hintergrund Geschichten zu hören. Es gibt praktisch kein Kapitel der Marke welches hier nicht dokumentiert wäre!

Viel zu schnell war es wieder Mittag. Zeit für ein feines Mittagessen in der nahe gelegenen Pizzeria!

Danach machten sich alle Teilnehmer auf den Heimweg. Einige nutzten die Gelegenheit und hängten noch einen Tag Urlaub in Italien an. Viele vermieden den Stau am Gotthard und wählten stattdessen eine schöne Passtrasse. Felix, Graham und ich fuhren über den San Bernardino, als sich unsere Wege spätabends in Sargans trennten waren wir schlicht überwältigt was wir in diesen zwei Tagen alles erlebt haben.

Wir danken allen Beteiligten: Durch Euch ist das Boxertreffen 2010 ein Riesenerfolg geworden! Wir hoffen dass Ihr das nächste Mal auch wieder dabei sein werdet!

Gaudenz