Gaudenz

Gaudenz Fischer Gaudenz

Meinen ersten Reparaturversuch an einem Alfasud unternahm ich etwa 1975 im Alter von drei Jahren. Es ging dabei um die verbogene A-Säule einer Alfasud Limousine. Versuche das Teil mit sanften Hammerschlägen zu richten brachten leider nicht den gewünschten Erfolg. Zuerst schien es ganz gut zu klappen aber dann brach das filigrane Ding unvermittelt entzwei. Auch weitere weniger sanfte Schläge auf B- und C-Säule konnten die Situation nicht mehr retten.
Was blieb war ein enttäuschter Junge, ein Mebetoys Modell mit sehr coupémässiger Silhouette und die Erkenntnis dass man Gussteile meistens nicht richten kann. Alfasud Mebetoys Modell
Alfasud Sprint Im Winter 1990 sass ich zum ersten Mal selber am Steuer eines Alfasud Sprint. Das Auto gehörte einem Freund von mir und der Führerschein war schon in greifbare Nähe gerückt.
Nachts um halb Eins übten wir Berg Anfahren auf einer verlassenen Nebenstrasse. Der Sound und das Ambiente dieses Autos faszinierten mich masslos.

1993 kaufte ich mein erstes eigenes Fahrzeug: eine Vespa von 1965. Auf einen Auffahrunfall folgte eine Restauration. Auf die erste Vespa folgte eine zweite und auf diese folgte noch eine Restauration!
Das erste Auto kam dann 1998: eigentlich brauchte ich gar keinen Wagen aber der Alfetta GT konnte ich unmöglich widerstehen!
Für mich stand Sie punkto Begehrlichkeit auf Augenhöhe mit Porsche 911 & Co. – mindestens!
Die Alfetta tönte super und war herrlich zum Fahren, verlangte aber einiges an Aufmerksamkeit was den Unterhalt anbetrifft: Fensterheber, Vergaserflansche, härtere Drehstäbe - ständig gab es irgendwelchen Kram zu erledigen.
Alfa Romeo Alfetta GT
Alfasud 1.3 SC Etwa in der gleichen Zeit durfte ich zum ersten Mal mit dem Alfasud einer Kollegin fahren. Ein weisses 1.3 SC Faceliftmodell – ein von aussen absolut unscheinbares Auto.

Aber dann ging’s los: Zündschlüssel einstecken – links bitte! Die Pedale dicht gedrängt und wie das Lenkrad leicht zur Fahrzeugmitte versetzt.
Mit einem unternehmungslustigen Knurren erwachte der Boxer zum Leben. Der Wagen setzte sich in Bewegung ich dachte: tolle Übersicht! Ich fuhr ein paar Kurven und merkte: was für ein Handling! Ich drehte den Motor hoch und fragte mich: träume ich oder ist das Realität?

Für mich war klar:
So ein Auto musste ich haben!
Etwa ein knappes Jahr später war ich stolzer Besitzer eines roten Alfasud Lusso. Ein wunderschönes Chrommodell mit strammen 95PS eingebaut vom Vorbesitzer. Was folgte war eine wilde Zeit mit hohen Drehzahlen und tiefem Fahrwerk, mit schmalem Grenzbereich und umso breiteren Reifen! Gaudenz Alfasud Lusso
Gaudenz Alfasud Lusso Gibt es etwas Besseres als einen heissen Alfasud? Wahrscheinlich nicht! Aber trotzdem fand ich etwas was mich noch mehr faszinierte:
Ein unberührter rostfreier Alfasud der frühen Baujahre. Die blaue Mauritius unter den rasenden Rostern!
Ich fahre auch im Alltag immer noch Alfa Boxer. Zurzeit einen 33 Sportwagon 1.7 i.e. QV von 1989.

Und übrigens: Die Sache mit der A-Säule haben wir dann auch noch mal deutlich besser hingekriegt – aber das ist eine andere Geschichte!
Alfasud Sprint mit eingdrücktem Dach