Wie ich zum 'Alfasud Sprint Veloce 1.5' aber nie mehr davon los kam

Schon als Knirps schwärmte ich von Alfa's (Giulia, Bertone Coupé und Spider). Als ca. 14-jähriger durfte ich als Beifahrer Tempo 140 in einem Giulia Spider mit geöffnetem Verdeck erleben; das war eindrücklich! Kurz darauf hatte ich auch Gelegenheit in einem 2600 Sprint Bertone mitzufahren.

Als ich dann im '76 die Führerprüfung im 2. Anlauf schaffte und mein erstes eigenes Auto zu kaufen gedachte, waren gerade die Alfasud in Mode gekommen. Mit Vorderradantrieb waren das ja zwar keine richtigen Alfas mehr, aber halt die einzigen, die ich mir leisten konnte. Mein erster war dann ein weisser 73er Alfasud (1,2 l, 4-türig, 4-Gänger, 63 PS, aber bereits mit höhenverstellbarem Lenkrad - was man bei gewissen deutschen Produkten in dieser Klasse bis in die späten 90er Jahre vergeblich suchte!).

                                                    

Nachdem ich diesen im '79 mit 126'000 km, völlig durchgerostet und mit schleifender Kupplung zum Alteisenhändler gefahren hatte, durfte ich den '66er Austin 1100 meines Vaters (34 PS, Vmax lt. Werk 126 km/h !) übernehmen. Fortan schwärmte ich vom, neu auf dem Markt erschienen, Alfasud Sprint. Als dieses Fahrzeug dann bis auf 1,5 l mit 95 PS erstarkte, sparte ich für mein erstes fabrikneues Auto.

Am Montag 27.04.1981 war es dann endlich soweit. Ich konnte bei Saligari + Roth in Bottmingen meinen dunkelbraunen Alfasud Sprint Veloce 1.5, mit beige/braunem Stoffinterieur, gelben Lampengläsern, BWA- Leichtmetallrädern und 185/60 HR 13er Reifen und einem Motolita-Lederlenkrad entgegennehmen - wunderschön und toll zu fahren - aber ein Montagsauto durch und durch, wie sich schon bald herausstellen sollte! - Noch am selben Tage, war mein Sprint beim Autoradio-Fachmann angemeldet, der ein Radio/Tonbandgerät incl. Equalizer einbaute.
Durch einen Kollegen, der bei der Alfa-Vertretung W.R. Enz AG, in Basel, für die "Nox-Rust"-Behandlung zuständig war, liess ich meiner neuen Errungenschaft am Dienstag 28.04.1981 eine zusätzliche Hohlraumbehandlung zukommen. Am Mittwoch 29.04.1981 stand das Bijou dann noch bei der Carrosserie Wenger und erhielt ein Sunroof.

 

Am Donnerstag 30.04.1981 war dann endlich die erste Ausfahrt angesagt. Bereits am Freitag 01.05.1981 kam dann der erste Tiefschlag: In Reinach BL, vor dem Restaurant Charleston parkiert, wurde mein nigelnagelneuer Sprint von einem daneben parkierten weissen Mercedes beim Verlassen des Parkfeldes malträtiert. Resultat: Beule und Kratzer am hinteren rechten Kotflügel, die erste Karrosseriereparatur (ausbeulen, Kotflügel neu spritzen) war fällig.

Im Juli 81 während einem Wendemanöver, bewunderte ich einen wunderschönen Jaguar XK, der gerade vorbeifuhr und vergass dabei den Baum hinter mir. Resultat: neue hintere Stossstange, Kotflügel hinten links ausbeulen und neu spritzen. Bei dieser Gelegenheit liess ich entlang den Prägekanten links und rechts ein dezentes Goldfilet spritzen. Im Herbst 1981 spendierte ich meinem Liebling ein Paar Nebellampen, ebenfalls gelb, wie die Abblend- und Scheinwerfergläser.

Am 14.01.1982 - ich sass gerade beim Mittagessen im Café Pisco in Muttenz - rammte ein Ascona-Fahrer seine 4 Zusatzscheinwerfer in die Fahrertüre und den vorderen Kotflügel meines auf dem spiegelblanken Parkplatz abgestellten Sprints. Also Türe auf- und zugarnieren, Kotflügel und Türe ausbeulen und neu spritzen lassen. Als ich das Auto bei Saligari & Roth zum vereinbarten Termin abholen wollte, war zwar die Fahrertüre und der linke vordere Kotflügel repariert, aber dafür war der vordere rechte Kotflügel, die Frontpartie und die Haube eingedrückt! Was war geschehen ??? Angeblich fuhr der Lehrling (immer ist der Stift an allem schuld !?) mein Auto nach erfolgter Reparatur aus der Werkstatt und rutschte auf der vereisten Rampe in einen abgestellten Lastwagen. Also gab's auf Rechnung von Saligari & Roth eine neue Haube und Reparaturarbeiten an Kotflügel rechts, Abschlussblech und Querträger vorn.

Womit innert nur 9 Monaten mit Ausnahme von Beifahrertüre, Dach und Heckklappe sämtliche Karrosserieteile mindestens einmal ersetzt oder neu gespritzt wurden!

Schon im Herbst '82 gings weiter: Zuerst fuhr mir ein älterer Herr rückwärts an den hinteren rechten Kotflügel, da er nicht sah, dass ich hinter seinem Fahrzeug angehalten hatte. Der Schaden war minim (sanfte kleine Beule) und eigentlich wollte ich von einer Reparatur absehen. Aber als ich kurz darauf meiner Freundin Privatfahrstunden erteilte (ich war damals noch nicht Fahrlehrer!), rutschte sie im Parkhaus von der Kupplung und setzte meinen Sprint, noch bevor ich die Handbremse erreichen konnte, vorn rechts in den Betonpfosten. Also gabs vorn eine neue Stossstange, rechts neue Lampen und die Kotflügel vorn und hinten rechts wurden ausgebeult und gespritzt.

Im Dezember '82, bei Km-Stand 39'000 dann eine Hiobsbotschaft: Zylinderkopfdichtung auf der linken Seite undicht - wo ich doch NIE über 3'000 U/min drehte, bevor die Wassertemperatur 80 Grad erreichte, und danach unterhalb 4'000 U/min blieb, bis der Oeldruck den Normalwert erreicht hatte. Beim Wechseln der Zylinderkopfdichtung stellte sich dann heraus, dass ein Metallspan zwischen Zylinderkopf und Dichtung diesen Defekt ausgelöst hatte; Also eindeutig ein Fabrikationsfehler, die Arbeit wurde auf Kulanz ausgeführt.

Da die Sitzflächen der Originalsitze zu kurz waren für meine langen Beine, spendierte ich meinem Sprint im Januar '84 zwei Recarositze mit ausziehbarer Oberschenkelauflage; Kostenpunkt: Fr. 1921.--.

Bei Km-Stand 64'000 war dann im September '84 auch die rechte Zylinderkopfdichtung fällig. Obwohl vermutlich auf die Ungleichheit nach Ersatz der linken Kopfdichtung zurückzuführen, musste ich dieses Mal in die eigene Tasche greifen.

Im Januar '85, bei Km-Stand 68'000, zeigten sich an zwei, drei Stellen der Karosserie die ersten Durchrostungen (trotz zusätzlicher Hohlraumbehandlung seinerzeit am Neuwagen!!). Auf Ende Januar war ich bei der W.R. Enz AG angemeldet, um diese Roststellen, auf Garantie des Hohlraummittel-Herstellers, beheben zu lassen. So weit kam es jedoch nicht mehr.

Am Hönggerberg in Zürich versetzte nämlich ein Fiat Argenta-Fahrer am 24. Januar meinem Sprint den Todesstoss, als er auf rutschiger Fahrbahn die Kontrolle über sein Auto verlor, und mich frontal rammte. Kommentar des Argenta-Fahrers: "Tutte mir sehrr leid, das habe ick nit absichtlige gemackt!" Urteil der Versicherungsexpertise: Totalschaden. Bevor ich meinen geliebten Sprint der Autoverwertung zuführte, demontierte ich die Recarositze, die Alufelgen mit den Breitreifen, das Motolita-Lederlenkrad und den Equalizer. Dies in der Hoffnung, irgendwann nochmals ein gleiches Auto zu finden, denn unterdessen wurden dem neuen Alfa Sprint hässliche Plastikstossstangen und ein unansehnliches, graues Interieur verpasst.


Am 5. August 1988 fand ich dann meinen jetzigen, roten, Sud Sprint. Auch ein 81er, wie der Braune; Km-Stand: 51'150, Preis: Fr. 5'500.--.

Sitze, Felgen, Reifen, Lenkrad, R/TB-Gerät und Equalizer vom alten Sprint wurden flugs montiert und los gings auf eine 4-Länder-Pässe-Rundfahrt (D, A, I, CH).


Wieder zuhause und die ersten 2'000 km gefahren, bereits die erste böse Überraschung: die zuvor noch ca. 50%igen Vorderreifen waren auf den Innenkanten profillos (Reifenild: Typ Intermediates....). Fazit: Total verstellte Spur an der Vorderachse. Alfred Herz, bei dem ich das Auto gekauft hatte, zeigte sich erkenntlich und übernahm einen Kostenanteil an den fällig gewordenen Reifen. Seither fahre ich diesen Sprint als Zweitwagen auf Wechselschild. Das Problem der sehr ungleich ablaufenden Vorderreifen ist jedoch bis heute nicht gelöst. Mechanisch hatte ich bisher keinerlei Probleme. Aber, wie könnte es bei einem Auto aus Pomigliano d'Arco anders sein: der Rost nagt und nagt und.......

So wurde im September 91 am hinteren rechten Radkasten von innen der Rost entfernt, ein Blech eingeschweisst und mit Hohlraummittel behandelt.

Bevor ich im März '92 erstmals mit diesem Auto zur Kontrolle geladen wurde, war es nötig, den vorderen rechten Kotflügel zu ersetzen und an beiden Schwellen und am Unterboden mehrere Bleche einzuschweissen. Die Kontrolle schaffte ich danach auf Anhieb ohne Beanstandung.
Im August '94, bei Km-Stand 120'000.-- stand ich vor der Entscheidung, ob ich dieses Auto "zu Tode fahren" oder nochmals investieren wollte. Ich entschied mich für zweiteres. Also wurde im September die ganze Karosserie abgeschliffen, Roststellen entfernt und Bleche eingeschweisst, diverse Roststellen am Unterboden und in den Radkästen entfernt und Schweissarbeiten ausgeführt und das ganze Auto neu gespritzt. Ferner wurden:

  • eine neue Windschutzscheibe eingesetzt,
  • 4 neue Stossdämpfer montiert,
  • Motor, Getriebe, Bremsanlage ausgebaut,
  • eine neue Kupplung montiert,
  • das Getriebe zerlegt und die Synchronringe ersetzt,
  • Bremsscheiben und -beläge vorn ersetzt,
  • ein neuer Anlasser eingebaut,
  • die Gasfedern der Heckklappe ersetzt,
  • sämtliche Zündkabel ersetzt,
  • neue Wischerblätter montiert,
  • ein grosser Service ausgeführt, inkl.
  • ersetzen der Zahnriemen und einstellen der Ventile.

                                                   

Wie sich in den darauf folgenden 7 Jahren herausstellte, war die Renovation zwar radikal, aber offenbar bei weitem nicht radikal genug! Als ich im Januar 96 die Einladung zur Vorführung erhielt, entschloss ich mich, vorgängig auf der TCS-Prüfbahn eine Fahrzeug-Untersuchung durchführen zu lassen. Worauf sich noch folgende Arbeiten als notwendig erwiesen:

  • Ersetzen der Abblendlicht-Reflektoren,
  • Beheben eines Oelverlustes (Simmerring ersetzen; also Motor nochmals ausbauen...),
  • die ölgetränkten vorderen Bremsklötze (schon wieder) ersetzen,
  • Bremsscheiben und -beläge hinten ersetzen.
  • Auspufftopf hinten ersetzen,
  • Roststellen an Wagenheberhalterungen und in den vorderen Radkästen reparieren (Bleche einsetzen)
  • Spur vorn einstellen,
  • 4 neue Reifen montieren.

Ausgerechnet am Tag der Vorführung, blieb der Chokezug hängen (dieses Problem hatte ich zuvor noch nie!). Resultat: HC-Werte in ungeahnten Höhen - und, wie befürchtet, auch der Experte fand nochmals eine Roststelle, diesmal Wagenheberaufnahme hinten links. Nachdem beide Mängel behoben waren, stand einer erfolgreichen Nachkontrolle am 26.4.1996 nichts mehr im Wege.

Als im Mai 1996 der Licht- und Blinkerhebel nicht mehr so funktionierte, wie er sollte, musste ich erstmals feststellen, dass die Ersatzteilbeschaffung für einen 81er Alfa langsam aber sicher schwierig wird. B+K Automobile in Füllinsdorf konnte das gesuchte Teil dann schliesslich auftreiben.

Als im 98 die nächste Vorführungseinladung ins Haus flatterte, waren erneut für rund Fr. 5'000.-- Instandstellungs- und Reparaturarbeiten fällig (ersetzen der rostigen Hinterachse, des Tankschwimmers, der Benzinleitungen, der vorderen Radlager und des rechten vorderen Kotflügels sowie natürlich Ausbessern diverser Roststellen im Bereich Unterboden). Wobei sich vor allem das Auftreiben der Hinterachse als schwierig herausstellte. Manche Alfa-Vertretungen bemühten sich (leider vergebens); Andere hingegen haben es offensichtlich gar nicht nötig, Fahrern älterer Modelle bei der Ersatzteilsuche behilflich zu sein. Am hilfsbereitesten erwies sich die Garage Kurt Graf in Gelterkinden. Dank seinen Tipps wurde ich schliesslich im Berner Oberland (bei Thomas Pfäffli ehem. Boxer-Garage) fündig! Die Vorführung im Oktober 98 ging dann ohne Mängel über die Bühne.

Mittlerweilen begann der Überzug des Fahrersitzes Auflösungserscheinungen zu zeigen.
Eine schriftliche Anfrage bei RECARO in Deutschland ergab jedoch, dass auch beim Hersteller der Originalstoff nicht mehr erhältlich ist, leider! Die Vorführung im Dezember 2000 lässt sich zwar noch auf April 2001 verschieben, da jedoch wiederum einige Roststellen (was sonst!?) Kummer bereiten, entschliesse ich mich den Ausweis annullieren zu lassen.

Von Oktober 2001 bis Dezember 2003 stand (bzw. lag und hing) mein Sprint bei der Heinis & Bachofen AG in Ettingen. Er wurde dort gänzlich zerlegt, die Blechteile (Chassis, Karosserie) perlgestrahlt und alle marroden Bleche ersetzt oder neu angefertigt.

                                                   

Der vom Hersteller für gewisse Hohlräume (z.B. Längsträger) verwendete Schaum wurde entfernt (da sich dieser für die Rostvorsorge als eher kontraproduktiv erwiesen hat) und die ganze Karrosserie incl. Hohlräume neu konserviert. Danach wurde das Auto total neu aufgebaut, grundiert, neu lackiert und die unteren Partien mit Steinschlagschutz versehen. Ich hoffe, nun für einige Jahre vom Rostfrass verschont zu bleiben.

                                              

 

Aber auch im Bereich Mechanik wurde bei dieser Generalrevision einiges erneuert. So wurde u.a. ein bei der Techmosim AG, Muttenz, revidierter Austausch-Motor eingebaut. Mit diesem Motor hatte ich anfänglich etwas Probleme: Bei lang andauernden Bergabfahrten (im Schiebebetrieb) neigte dieser Motor zum Rauchen und danach lief er häufig nur noch auf 3 Zylindern. Obwohl der Zylinderkopf nochmals auf Dichtheit überprüft wurde und alle möglichen Kontrollen und Tipps nichts brachten, liess sich dieses Problem nicht wirklich lösen. Ich habe nun von AGIP SINT 2000 auf Castrol Edge Sport 10W60 umgestellt und seither ist diese Macke nie mehr aufgetreten.

Die Vorführung im August 2006 (die erste nach der grossen Restaurierung) verlief problemlos. Bis zu meinem grossen Ziel 'Veteraneneintrag' wird wohl im 2009 nochmals eine Vorführung fällig, welcher ich eigentlich gelassen entgegen sehe.

Da meine Vorderreifen, trotz fleissigem Tausch vorn/hinten, nur auf eine Laufleistung von ca. 8 bis maximal 14'000 km kommen und dabei e x t r e m auf den Innenkanten ablaufen (vor allem der Linke: innen 0,5mm aussen noch 4,5mm) habe ich mit dem Spezialisten des Radgeometrie-Centers nach Lösungen gesucht. Er schlug vor, die Federn aller Räder von links nach rechts zu wechseln. Dabei liess ich vorn gleich noch neue Stossdämpfer montieren. Leider war die Übung umsonst (aber nicht gratis!!). Ich überlege mir nun, die gesamte Vorderradaufhängung auszuwechseln - ob ich allerdings noch irgendwo die dafür nötigen Ersatzteile finden werde??

Auf mehreren deutschen Fersehsendern habe ich in den letzten Jahren sehr positive Berichte über das Korrosionsschutzfett von Mike Sander gesehen. Und so entschloss ich mich, im Herbst 07 bei einer der drei Mike Sander-Vertretungen der Schweiz (PS PitStop GmbH in Affoltern a.A.) eine gründliche Hohlraumbehandlung durchführen zu lassen.


Sowohl im 2007 als auch im 2008 nahm ich mit meinem Sprint an der Swiss Marathon Rallye (www.swissmarathon-rallye.ch) teil. Ein toller Anlass!

 

Zusätzlich besuchte ich im '07 sowohl das Internationale Boxertreffen in Dänemark …



… als auch das erste schweizerische Boxertreffen in Réclère (JU).

 

Damit kam in diesen zwei Jahren einiges an Kilometern zusammen - wenn ich ab 2011 die Veteranenlimite von 3000 km pro Jahr einhalten muss, werde ich mich da wohl zünftig mässigen müssen! Vor der grossen Fahrt nach Dänemark warf ich noch einen Blick auf mein Reserverad und erschrak:der Ersatzreifen hatte den gleichen Jahrgang wie das Auto - worauf ich mir schleunigst einen neuen besorgte.

Die immer schwieriger werdende Ersatzteilversorgung macht mir Sorgen, denn mit fast 180'000 km auf der Glocke ist doch immer mal wieder ein Ersatzteil nötig. Aber weder im Baumarkt noch im TCS-Shop finden sich noch passende Wischerblätter. Und Reifen in der auf meine Alufelgen passenden Dimension 185/60R13 gibt’s auch nur noch von Fernost-Billig-Marken oder Uniroyal und Semperit - alles Hersteller, deren Produkte ich bisher keines Blickes würdigte. Somit wurden im März '09 4 Semperit Spee-Comfort montiert; Deutlich weniger lenkpräzis als ich mir das von den bisher bevorzugten Goodyear Eagle gewohnt war.

Da sich Fredy Bisang aus Platzgründen von seinen Boxermodellen trennen wollte, erwarb ich im März '09 seinen '82er Sud Sprint Veloce als Ersatzteillager.

Das Auto (aus 1. Hand, gefahren von seiner Tochter bis 1992 und seither nicht mehr gelaufen) hat 70'000 km. Das Auto hat viel Rost, aber technisch ist das Auto noch tadellos. Der Motor wurde von Kurt Graf sorgfältig wieder zum Leben erweckt und läuft tadellos. Ich bewege das Auto seither so alle 2 Monate einige Runden in der Tiefgarage.

Um mein Problem mit den Vorderreifen endlich zu lösen baute Kurt Graf das vordere Linke Federbein des ex-Bisang-Sprint in meinen Sprint ein. Seither laufen meine Reifen auf der Vorderachse wieder schön gleichmässig
ab. 
 
Bei der im Mai '09 fälligen Vorführung wurden keinerlei Mängel an meinem Sprint festgestellt. Auf die Frage an den Experten der Motorfahrzeugprüfstation, wie denn die Chancen eines Veteraneneintrages im 2011 stünden, meinte dieser er sehe da keinerlei Probleme.
 
Bei der darauf folgenden Ausfahrt riss dann der Gaszug. Nach einem ersten Gaszug mit den passenden Anschlüssen, aber der falschen Länge, einem zweiten Gaszug in passender Länge, aber den falschen Anschlüssen und einem ganzen Nachmittag Recherche per Telefon und im Internet erhielt ich dann von der Boxersport Garage Kilchenmann in Kriechenwil ein in allen Belangen korrektes Gaskabel. So nahm ich dann mit meinem bewährten Copiloten am 14.5.09 den Weg nach Willisau zum Start der Swiss Marathon Rallye 2009 unter die Räder. Unterwegs stieg dann jedoch Dampf aus dem Kühlergitter empor und wir mussten feststellen, dass ein ca. 7 cm langer Wasserschlauch an unzugänglichster Stelle undicht war. So organisierten wir den ACS-Pannendienst zum Start nach Willisau. Während ich an der Fahrerbesprechung teilnahm und Roadbook und Karte konsultierte wechselten mein Copilot und der Pannendienstler in rekordverdächtig kurzer Zeit den defekten Schlauch.

So konnten wir mit nur wenigen Minuten Zeitverzug starten.
 
 
Am Auffahrtswochenende war dann erneut Swiss Marathon Rallye angesagt - Auflage 2010 bei teilweise sehr bescheidenem Wetter….

Ein weiteres Highlight im 2010: Das 2. Schweizerische Boxertreffen im Tessin, von Gaudi und Felix mit viel Enthusiasmus organisiert und dank Beziehungen, Sammlung und Wissen von Axel Marx mit Augen- und Ohrenschmaus allererster Güte! 

Da sich die Nähte meines Motolita-Lenkrades im Bereich der Lenkradspeichen nach nunmehr als 210'000 km (über 70'000 im ersten Sprint und nun schon bald 140'000 im aktuellen) aufzulösen drohten spendierte konnte ich nach kurzer Recherche im Internet erfreut feststellen, dass diese Lenkräder noch immer erhältlich sind. So gab's dann im Spätsommer 2010 ein neues Motolita-Lederlenkrad. Sieht genau so aus wie das alte, nur leider etwa 1,5 cm weniger stark geschüsselt - was der für meine 189 cm Körperlänge eh schon nicht ganz optimalen Sitz- bzw. Lenkradhaltung eher zu wider läuft; Naja Schönheit muss eben leiden….
 
Auch fand ich nach langem Suchen flache, noch in die Türen passende Lautsprecher als Ersatz für die mittlerweilen klirrenden und seit 1988 eingebauten Blaupunkt-Türlautsprecher.
 
Im April 2011 war dann nebst dem jährlichen Abgastest der 190'000 km Service fällig. Ausser der Reparatur des Schwimmers im Bremsflüssigkeitsbehälter waren nur die üblichen Wartungsarbeiten nötig.  Im Mai 2011 konnte ich mit meinem nunmehr 30-jährigen Sprint erstmals am Italiauto in Wangen an der Aare teilnehmen.

Und schon war wieder Auffahrt und somit die Swiss Marathon Rallye 2011 angesagt: